PLA wird im 3D-Druck oft als lebensmittelecht bezeichnet. Diese Aussage hält einer genaueren Betrachtung jedoch nur sehr eingeschränkt stand. In diesem Beitrag klären wir nüchtern, was an PLA tatsächlich lebensmittelecht ist, wo die Grenzen liegen und warum der Einsatzzweck entscheidend ist.
Was ist PLA überhaupt?
PLA steht für Polylactid. Es ist ein biobasierter Kunststoff, der meist aus Maisstärke oder Zuckerrohr hergestellt wird. Aufgrund seiner einfachen Verarbeitung und geringen Verzugseigenschaften ist PLA eines der beliebtesten Materialien im 3D-Druck.
- Biobasierter Kunststoff
- Leicht zu drucken
- Geringe Wärmebeständigkeit
- Hohe Maßhaltigkeit
Warum PLA oft als lebensmittelecht gilt
Der Begriff lebensmittelecht wird häufig missverstanden. Reines PLA-Granulat kann unter bestimmten Bedingungen für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen sein. Diese Zulassung bezieht sich jedoch auf industriell hergestellte Produkte unter kontrollierten Bedingungen.
Für den 3D-Druck bedeutet das: Das Grundmaterial mag geeignet sein, der daraus entstehende Druck ist es in der Regel nicht.
Warum 3D-gedrucktes PLA nicht als lebensmittelecht gilt
1. Additive und Farbstoffe
PLA-Filamente enthalten nahezu immer Zusatzstoffe. Diese verbessern Farbe, Flussverhalten oder Stabilität. Für diese Zusätze gibt es in der Regel keine Lebensmittelzulassung.
2. Poröse Oberfläche durch den Druckprozess
FDM-Drucke besitzen mikroskopisch kleine Rillen zwischen den Layern. In diesen können sich Bakterien, Fette und Rückstände festsetzen. Eine hygienische Reinigung ist kaum möglich.
3. Keine Zertifizierung des Druckprozesses
Ein Heim- oder Hobby-3D-Drucker ist nicht zertifiziert. Selbst bei einem theoretisch geeigneten Material fehlt die notwendige Prozesskontrolle für eine Lebensmittelzulassung.
4. Geringe Hitzebeständigkeit
PLA beginnt bereits ab etwa 55 bis 60 Grad Celsius weich zu werden. Heißes Wasser, Spülmaschinen oder warme Lebensmittel führen zu Verformungen und Materialschäden.
Wann PLA trotzdem unkritisch eingesetzt werden kann
Entscheidend ist, ob ein direkter Lebensmittelkontakt stattfindet. In vielen Anwendungen kommt PLA nur indirekt oder gar nicht mit Lebensmitteln in Berührung.
- Verschlüsse für Verpackungen ohne direkten Kontakt
- Halterungen oder Clips außerhalb von Lebensmitteln
- Dekorative Elemente in der Küche
- Kurzzeitiger, trockener Kontakt ohne Hitze
Ein typisches Beispiel ist ein Kaffeebohnen-Tütenverschluss. Der Verschluss berührt nicht die Bohnen selbst, sondern lediglich die Verpackung. In diesem Fall ist PLA im Alltag vertretbar.
Wann PLA nicht verwendet werden sollte
- Becher, Teller oder Besteck
- Teile mit dauerhaftem Kontakt zu Lebensmitteln
- Anwendungen mit Feuchtigkeit oder Fett
- Alles, was erhitzt oder gespült wird
Welche Alternativen gibt es zu PLA?
Wer Bauteile mit direktem Lebensmittelkontakt herstellen möchte, sollte auf andere Materialien oder Lösungen setzen.
- PETG mit entsprechender Herstellerfreigabe
- Nachbehandlung mit lebensmittelechtem Epoxidharz
- Industrieprodukte aus Edelstahl, Glas oder Silikon
Fazit: Ehrlich betrachtet ist PLA nicht lebensmittelecht
PLA ist kein schlechter Kunststoff, aber im 3D-Druck wird seine E graphical as “lebensmittelecht” häufig übertrieben dargestellt. Für indirekten Kontakt und trockene Anwendungen ist PLA unproblematisch. Für direkten Lebensmittelkontakt ist es ungeeignet.
Wer verantwortungsvoll mit dem Material umgeht, spart sich Ärger, falsche Versprechen und unnötige Diskussionen.
https://youtube.com/shorts/1H6dngkVeLE